3/18/2013

In eigener Sache


Ich bin nun seit über einem Jahr Vegetarierin und seit ein paar Monaten übe ich mich in Veganismus. Üben, weil ich mir momentan noch vegetarische Ausnahmen erlaube.
Mir geht es seitdem körperlich sehr viel besser, ich habe etwas abgenommen (netter Nebeneffekt, der nicht gewünscht war), meine Haut ist feiner etc.pp.

Je mehr ich mich in die Materie einzulesen, desto weniger Lust verspüre ich auf tierische Produkte. (Kuh-)Joghurt und Milch habe ich schon sehr lange von meiner Speiseliste verbannt, Ausnahmen mache ich momentan bei Käse (den ich allerdings auch höchstens auf der Pizza esse). Wobei ich gesehen habe, dass sogar das Reformhaus in meiner kleinen Heimatstadt inzwischen veganen Käse führt, den werde ich bald mal ausprobieren.

Generell stellen sich viele Leute diese Lebensweise viel zu anstrengend vor. Es gibt immer mehr vegane Kosmetik (und zum Glück sind endlich Tierversuche verboten, wobei das System immer noch Lücken hat), man kann gut ohne Leder und Pelz auskommen. Nun gut, ein Steak ist eben nicht mehr drin - aber wenn man von seiner Einstellung überzeugt ist, fällt einem der Verzicht nicht weiter schwer.
Auch mir läuft noch das Wasser im Mund zusammen, wenn ich gebratenes Fleisch rieche, das kann ich nicht verleugnen. Aber sobald ich daran denke, woher das Fleisch kommt, finde ich es nicht mehr so lecker.

Ich beobachte immer wieder, wie entfernt die Menschen von dem sind, was sie essen. Mir wurden schon Brötchen mit Schinken angeboten, weil "das ist doch kein Fleisch" und wie oft ich mir anhören musste, dass ich ja bald latent mangelernährt sei, kann ich nicht mehr mit beiden Händen abzählen.

Ich habe gar nichts gegen Omnivoren (wie denn auch, ich war selbst 24 Jahre einer), ich finde nur, dass die allermeisten Menschen nicht die richtige Einstellung dazu haben. 
Ich fand's schon immer verlogen, wenn Menschen rumflennen, wenn sie einen Film aus dem Schlachthaus sehen aber dann am nächsten Tag direkt wieder die Salamistulle dabei haben.

Ein weiteres Phänomen ist der so genannte Carnismus. Bildlich gesprochen geht es darum:


Ich möchte niemanden zwingen, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren, aber ein Umdenken in der heutigen Gesellschaft würde dringend Not tun. 

Wenn ihr nicht mit guten Gewissen an das Schwein denken könnt, dass ihr esst, dann denkt mal darüber nach, ob ihr nicht etwas ändern müsst.


1 Kommentar:

  1. Word! Schöner Beitrag. Ernähre mich nun auch seit einem knappen Jahr vegetarisch und bin gerade dabei, meine passende Joghurt und Quark-Alternative zu finden. Bislang fand ich alle recht .... hmmm.... süßlich... Hast du nen guten Tipp?

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