9/05/2012

"Danke, emanzipiert sind wir selber!"

Angeregt durch einen Artikel bezüglich der Frauenquote in der SZ dachte ich, geb' ich mal meinen Senf dazu.

Christina Schröder, ihrer Zeit Familienministerin, beobachte ich schon länger mit einem Wechsel aus Entsetzen und Fassungslosigkeit.  Es ist für mich unvorstellbar, wie man als berufstätige Mutter solche Ansichten vertreten kann. Zwar bin ich sehr weit entfernt von der Mutterrolle, aber berufstätig wäre ich schon gerne irgendwann einmal.

Das Betreuungsgeld soll darüber hinweg täuschen, dass es zu wenige Kita-Plätze gibt. Eine Frauenquote findet Frau Schröder auch doof. Wahrscheinlich, weil sie nie erlebt hat, wie schwierig es tatsächlich für Frauen ist, in Führungspositionen zu gelangen.
Seltsam auch, dass 100% der "Frauenquote ist Quatsch"-Kommentierer zum SZ-Artikel männlich sind.

Da wird dann ganz vorurteilsfrei geschrieben

"Wären Frauen in der Politik und Wirtschaft alle der Typ Margaret Thatcher, hätte wohl niemand etwas gegen eine Quote, auch wenn sie 70% ausmachen würde... 

Wer möchte aber schon eine Quote von Claudia Roths, Hannelore Krafts, Bärbel Höhns usw usw? Ich jedenfalls nicht."

Aha. Ich soll mich also erstmal vor den Männern beweisen und zeigen, dass ich nicht Claudia Roth, Hannelore Kraft und Bärbel Höhn bin, oder was? Und was genau ist denn an diesen Frauen so schrecklich, dass man sie nicht als Chefin haben möchte? Und wie genau kann ich anders herum beweisen, dass ich der "Typ" Margaret Thatcher bin? 

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir eine Quote brauchen, wenn auch für einen festgesetzten Zeitrahmen. Viele Unternehmen brauchen wahrscheinlich einen ersten "Stupser" um zu merken, dass eine Mischung aus Männern und Frauen im Vorstand oder Führungsetage durchaus funktionieren kann.

Eigentlich hat die Mädchenmannschaft zu diesem Thema schon ziemlich den Nagel auf den Kopf getroffen.
Niemand will Männern Karrierechancen verbauen, die Chancen für Frauen sollen lediglich verbessert werden.

Es ist noch lange kein Licht am Ende des Tunnels, aber vielleicht werden die übernächsten Generationen davon profitieren können.

1 Kommentar:

  1. Ich bin vollkommen deiner Meinung. Und mich ärgert vor allem das Argument, dass dann ja mehr mittelmäßige Frauen befördert werden, anstatt gute Männer, die es verdient hätten (Ah ja? Dann müsste es ja theoretisch viel mehr mittelmäßige Frauen als Männer geben, so rein logisch betrachtet?!). Furchtbar.

    Dass es eine Quote geben muss, liegt auf der Hand. Man muss sich doch nur die aktuellen Strukturen angucken. Wer kann denn da noch ernsthaft mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung kommen? Ich schaue mir das mittlere und obere Management meiner Firma an und kriege nur (sorry) das kalte Kotzen...

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